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| Industrie & Produktion | 18.05.2012 |
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| Qualität und Automobil |  |
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Zweiter Qualitätsgipfel des VDA in Ingolstadt - Tagung mit 250 Herstellern und Zulieferern
03.09.2004 (idw) Für die deutsche Autoindustrie ist die Sicherung der Qualität eine der zentralen Aufgaben, um die Spitzenposition der Branche im internationalen Wettbewerb zu halten. Dies zeigte sich auf dem zweiten Qualitätsgipfel des VDA in Ingolstadt. "Qualität ist heute mehr denn je eine ganz zentrale Aufgabe zur Sicherung der Spitzenposition der deutschen Automobilmarken im weltweiten Wettbewerb. Die Kunden erwarten, dass wir »Leader« bei neuen Technologien sind. Wir haben deshalb nicht die Wahl zwischen dem Schnelligkeits- und dem Qualitätsziel. Wir müssen beides erreichen - gerade unter den Rahmenbedingungen kürzerer Entwicklungszeiten und Produktzyklen", betonte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Freitag in Ingolstadt auf dem »2. Gipfeltreffen zum Thema Qualitätspolitik«, das vom VDA und seinem Qualitäts-Management-Center veranstaltet wird. Qualität sei in den Automobilunternehmen und im VDA "Chefsache". "Mit dieser nicht-öffentlichen Veranstaltung führt der VDA Automobilhersteller und Zulieferer zusammen, um gemeinsam in einem intensiven Dialog offen und schonungslos die Herausforderung Qualität zu diskutieren und gemeinsame Wege zu finden", so Prof. Gottschalk. Das Forum hat zum Beispiel detaillierte gemeinsame Vereinbarungen zur Reifegradabsicherung getroffen. Dr. Pischetsrieder betonte: "Qualität kann man nicht erprüfen, Qualität muss man produzieren und vor allem auch von Anfang an entwickeln. Qualität ist kein Zufallsprodukt, sie wird durch Systematik und Methode erzeugt und ist damit planbar." Entscheidend für die Qualität im Produktionsprozess seien reife Produkte, robuste Prozesse und eine gesamtheitliche Betrachtung des Produktes über die gesamte Prozesskette und über alle Schnittstellen hinweg. Ebenfalls entscheidende Faktoren seien die Qualität und die Motivation der Mitarbeiter. Der Vorstandsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns sagte: "Qualität beginnt beim Menschen, nicht bei den Dingen. Wer hier einen Wandel herbeiführen will, muss zuallererst auf die innere Einstellung aller Mitarbeiter abzielen." Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, betonte: "Wer im Automobilbau Spitze sein will, der muss auch in Sachen Elektronik Spitze sein." Qualität und Innovation seien die einzige Chance, um in der extrem wettbewerbsintensiven AutomobiIindustrie nachhaltig Erfolg zu haben. Elektronik dürfe nicht zu einer reinen "Spielwiese für Programmierer" werden, sondern müsse einen deutlichen Mehrwert für den Kunden darstellen: "Unser Ziel bei Audi lautete von Anfang an: Wir wollen Spitze sein bei kundenorientierten und zuverlässigen Bediensystemen." Mit dem Multimedia-Interface MMI sei Audi diesem Ziel deutlich näher gekommen: "Kunden und Fachleute haben uns mehrfach bestätigt, dass diese neuartige Schnittstelle zwischen Mensch und automobiler Maschine ein qualitativer Sprung nach vorn ist." VDA-Präsident Prof. Gottschalk verwies auf die "extrem hohen Erwartungen", die die Kunden gerade an deutsche Automobile stellten. Sie gelte es zu erfüllen. "Wir müssen aus der subjektiven, emotionalen, aber gerade deshalb so wirksamen »Differenzerfahrung« beim Kunden - wenn er denn Mängel in der Qualität erlebt - in der Lieferkette eine neue Transparenz und kommunizierbare, messbare und objektive Kriterien herleiten", so Prof. Gottschalk. Die Exportrekorde der deutschen Hersteller belegten, dass das Qualitätsimage der deutschen Marken weiterhin intakt sei und sie allen noch so hoch gesetzten Erwartungen gewachsen seien. Einen Schwerpunkt der Verbesserung sieht Prof. Gottschalk in der Standardisierung der Software-Architektur. "90 Prozent der Innovationen gehen heute auf Elektronik und Software zurück. Die Beherrschung der gestiegenen Komplexität auf diesem Gebiet ist unverzichtbar, wenn wir die Stärke der deutschen Fahrzeughersteller im Branding und im Image bei unseren Kunden gewährleisten wollen." Trotz mancher Kritik - auf Elektronik könne die deutsche Automobilindustrie als Innovationsführer nicht verzichten: "Der Weg zurück zur Fensterkurbel, der Verzicht auf den elektrischen Fensterheber - das wäre nun wirklich ein Weg in die Sackgasse", unterstrich Prof. Gottschalk. Ein weiterer Schlüsselfaktor seien stabile Prozesse: "Prozesssicherheit fällt nicht vom Himmel, sondern sie muss in allen Stufen der Wertschöpfung verantwortungsvoll und mit großer Leidenschaft hart erarbeitet werden", betonte Prof. Gottschalk. Die verlässliche Partnerschaft zwischen Herstellern und Zulieferern, die die deutsche Automobilindustrie auszeichne, sei ein nicht zu überschätzender Vorteil dieser Schlüsselbranche. Dazu gehöre aber auch, dass der Zulieferer Eingriffe in das Produkt während der Modell-Laufzeit nur in Abstimmung mit dem Kunden vornehmen dürfe: "Ein noch so harter Kostendruck darf nicht zu Lasten der Qualität gehen." Qualität müsse allerdings auch finanziert werden: "Zulieferer müssen entsprechende Margen erwirtschaften können; der Kostendruck darf auch unter harten Marktbedingungen nicht an die Substanz der Lieferanten gehen." Die Reihe der VDA-Qualitätsgipfel soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft (idw) |

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